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Post-Editing maschineller Übersetzungen: Wissenswertes und Tools

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memoQ - 05/10/2021

4 minute read

Die maschinelle Übersetzung hat sich in den letzten Jahren so stark weiterentwickelt, dass sie die Arbeit eines Übersetzers perfekt ergänzen kann: Mit MÜ können Sie viel Zeit sparen, , da sie Übersetzungen auf der Grundlage ihres Algorithmus liefert.

Daher überrascht es nicht, dass auf der Grundlage der maschinellen Übersetzung ein ganz neuer Übersetzungsworkflow entstanden ist - das Post-Editing maschineller Übersetzungen (MTPE). Viele Übersetzer und LSPs haben sich mittlerweile auf diese Hybridmethode spezialisiert. Im Mittelpunkt dieses Workflows steht ein vorübersetzter Text (in der Regel von einem Projektmanager eines Sprachdienstleisters geliefert), der dann von einem Linguisten überprüft und bearbeitet wird.

Im nächsten Abschnitt geben wir Ihnen ein paar Hinweise, wie Sie MTPE  einsetzen können, und schildern mögliche Anwendungsfälle. Wenn Sie lieber gleich zu den neuen Funktionen für die maschinelle Übersetzung in Version 9.9 gehen möchten, können Sie den nächsten Teil überspringen.

Post-Editing maschineller Übersetzungen: Wie funktioniert das?

Post-Editing maschineller Übersetzungen wird benötigt, wenn ein Linguist ein Dokument von einer MT-Engine übersetzen lässt und dann die maschinelle Übersetzung nachbearbeitet. Übersetzer und Sprachdienstleister auf der ganzen Welt nutzen diese Methode, da sie die Geschwindigkeit der maschinellen Übersetzung mit den Fähigkeiten des menschlichen Intellekts verbindet.

Der Vorteil  besteht darin, dass sie bei bestimmten Dokumenten Übersetzungen wesentlich schneller liefern kann, als nur maschinelle oder nur menschliche Übersetzung. Selbstverständlich können nicht alle Texte auf diese Weise übersetzt werden – in manchen Bereichen (beispielsweise Life Sciences) könnte der ausschließliche Einsatz der maschinellen Übersetzung gar gefährlich sein. Außerdem muss bedacht werden, dass  maschinell übersetzte Texte stets einer gewissen Bearbeitung bedürfen. Maschinen können zwar hervorragend einzelne Segmente übersetzen, aber ihre Algorithmen sind in der Regel nicht intelligent genug, um den Kontext immer zu erkennen und die am besten geeignete Zeichenfolge für ein bestimmtes Segment auszuwählen.

Hier einige Anwendungsfälle, für die der Einsatz von MTPE geeignet ist.

Erfolgreiches Post-Editing maschineller Übersetzungen

Sie können eine Reihe von Maßnahmen anwenden, um bei der Nachbearbeitung von maschinellen Übersetzungen optimale Ergebnisse zu erzielen. Zunächst: nicht alle Texte sind für maschinelle Übersetzung geeignet. Im Falle folgender Texttypen empfehlen wir  entweder ganz auf die maschinelle Übersetzung zu verzichten oder den maschinell übersetzten Text mehrfach und sehr sorgfältig zu prüfen:

  • Texte für Werbe-/Marketingzwecke: Sie werden von vielen gelesen und sollen originell oder witzig wirken. Maschinelle Übersetzung verfügt einfach (noch!) nicht über die lebenslange Erfahrung und den sozialen Kontext eines Menschen, so dass Witze oder Botschaften verloren gehen können.
  • Fachtexte, z. B. Medizin, Recht, Technik.
  • UX-/UI-Texte: Diese sind stark kontextabhängig. Um zu entscheiden, welche Worte zu verwenden sind, muss man die gesamte Benutzeroberfläche sehen.

Andere Texte (z. B. Blogposts, Artikel, informelle Texte) können jedoch für die maschinelle Übersetzung geeignet sein. Ihre Bearbeitung ist in der Regel unkompliziert, so dass sich viel Zeit und Ressourcen sparen lassen.

Post-Editing maschineller Übersetzungen: unsere Hinweise

  1. Stellen Sie sicher, dass der Ausgangstext so gut wie möglich für die maschinelle Übersetzung geeignet ist.
    Nehmen Sie gegebenenfalls Optimierungen oder Anpassungen am Ausgangstext vor, um ihn für die MT-Engine vorzubereiten. Achten Sie darauf, die Bedeutung Ihrer Segmente nicht zu verändern oder auszusparen.

  2. Bestimmen Sie den optimalen Umfang der Bearbeitung.
    Geschwindigkeit ist einer der Hauptvorteile von MTPE. Wenn Sie die Ergebnisse der maschinellen Übersetzung aufgrund Ihrer persönlicher Präferenz (und nicht aus Notwendigkeit) ändern, lohnt sich der Einsatz von maschineller Übersetzung nicht wirklich. Es könnte effektiver sein, das Projekt stattdessen aufs Neue zu starten.

  3. Wählen Sie die Engine, die am besten für Ihr Projekt geeignet ist.
    memoQ unterstützt eine Vielzahl von MT-Engines (diese sind entweder integriert oder können manuell hinzugefügt werden) für Ihre Lokalisierungsprojekte. Wir empfehlen, vor Beginn der Übersetzung zu
    recherchieren, welche Engine am besten für den jeweiligen Text und das Projekt geeignet ist.

  4. Rechnen Sie damit, dass maschinell und menschlich übersetzte Texte unterschiedlich nachgearbeitet werden müssen..
    Bei der Bearbeitung von Texten eines menschlichen Übersetzers müssen Sie vor allem auf grammatikalische Fehler achten, z. B. bei der Konjugation oder der Verbindung von Subjekt und Verb. Sie müssen auch auf Tippfehler achten. Bei der Bearbeitung maschinell übersetzter Texte hingegen sind Fehler meist kontextbezogen: Achten Sie darauf, dass alle Segmente im Kontext des ganzen Dokuments korrekt übersetzt werden.

 

memoQ 9.9: Neue Horizonte der maschinellen Übersetzung

Unabhängig davon, ob Sie als Übersetzer die Vorteile der maschinellen Übersetzung nutzen möchten oder für einen Sprachdienstleister arbeiten, der die MTPE einsetzt – wir hoffen, dass Sie die neuen Funktionalitäten in memoQ 9.9 begeistern werden. Die folgenden Funktionen machen die Arbeit mit maschineller Übersetzung viel einfacher.

Maschinell übersetzte Segmente sind jetzt Teil der Fortschrittsberichte

Wenn Sie mit memoQ an einem Projekt arbeiten, können Sie Statistiken mit Anzahl von Wörtern, Segmenten und Zeichen entweder in einem bestimmten Dokument oder für das gesamte Projekt erstellen. Maschinelle Übersetzung an sich war bisher in diesen Statistiken berücksichtigt - mit Version 9.9 aber haben wir eine Zeile hinzugefügt, in der die Anzahl der mit MÜ angefertigten Segmente anzeigt wird, wodurch Sie genau erkennen, wie die Zielsegmente jeweils erstellt wurden.

MT-Plugins: XL8 wird jetzt unterstützt, TexTra wurde aktualisiert.

Neben der Aktualisierung von TexTra stellen wir auch ein neues Plugin für maschinelle Übersetzung zur Verfügung - XL8 kann manuell geladen und in memoQ angewandt werden. XL8 Die maschinelle KI-Übersetzung ist eine leistungsstarke MT-Engine, mit der die Lokalisierung vor allem in den Bereichen Medien und Unterhaltung erleichtert wird.

„Dank der Lösungen von Skroll beseitigt XL8 Sprachbarrieren, indem es Kunden ermöglicht, neuronale maschinelle Übersetzung auf Inhalte, Audio, Video, Analysen und mehr anzuwenden. XL8 identifiziert sofort Sprachen, prüft die Übersetzungsqualität, lernt von früheren Übersetzungen und analysiert Inhalte, um den Übersetzungsprozess schnell, effizient und transparent zu gestalten.“ (Quelle: XL8.ai)

Das signierte Plugin-Paket kann hier heruntergeladen werden.

Wenn Sie sich bei Ihrer Arbeit auf maschinelle Übersetzungen verlassen, ist memoQ 9.9 genau das Richtige für Sie. Laden Sie es noch heute herunter, um den vollen Funktionsumfang zu nutzen und MTPE auf ein neues Niveau zu bringen.

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